Portraitmanufaktur - Schlei
                                                                     Portraits -  für Sie ins Bild gesetzt, was  Ihnen am Herzen liegt.

 Wer sieht das menschliche Gesicht richtig: der Fotograf, der Spiegel oder der Maler?       

Pablo Picasso

 meine Arbeit:

Meine Arbeiten umfassen in der Gegenwart ein breites Spektrum. Nach wie vor stehen Portraits im Mittelpunkt. Beeinflusst durch mein neues Leben an der Schlei (seit Ende 2016) und die Liebe zur hiesigen Landschaft, den charmanten und bezaubernden Menschen und der reichen Tierwelt, sind seit dem vergangenen Jahr Tier- und Landschaftsportraits hinzu gekommen.
Waren für viele Jahre Grafit, Kohle, Pastell, Rötel, Kreide mein bevorzugtes Material, so habe ich seit 2019 neue Ausdrucksmittel gefunden. Durch einen Workshop bei Peter Schneider, einem Hamburger Künstler, habe ich das Arbeiten mit Moorlauge kennengelernt. Eine nachhaltige, sinnliche und faszinierende Erfahrung. Ich bin Peter Schneider sehr dankbar dafür. Moorlauge wurde für mich sehr schnell zu einem Tor neuer Ausdrucksmöglichkeiten, so dass ich mittlerweile gerne mit Moorlauge, Tusche und Aquarell arbeite.



über Zeichnungen:

Seit Kindheitstagen bin ich fasziniert von der Zeichnung. Zeichnen kommt für mich von Zärtlichkeit.

Es ist staunendes Entdecken und Kennenlernen mit dem Stift.  Die ersten Inspirationen bekam ich durch die betenden Hände von Albrecht Dürer, einem billigen, gerahmten Druck im Hause meiner Urgroßeltern, die Werke von Käthe Kollwitz, sowie die Höhlenmalereien von Lascaux.Als junges Menschenkind begegnete ich einer Malerin aus Argentinien. Sie saß an einen Baum gelehnt und zeichnete...einen Ellbogen, eine Nase, Füße und später durfte ich sie besuchen und in Ihrer Gesellschaft selbst zum Stift greifen. Sie war für ein paar glückliche Jahre meine große Schwester und meine erste Lehrerin in der Kunst.

 

Portraitarbeit 2015 Teila
Portraitarbeit 2015 Teila
Portraitauftrag2015Mittelteil
Portraitauftrag2015Mittelteil
Portraitauftrag2015b
Portraitauftrag2015b

„Ich weiß nicht, wohin das führt,

aber es ist als ob jemand ein Licht anzündet.

Man hat wieder Mut weiter zu arbeiten und

Ist wieder aufgeregt..“

Pina Bausch

Maasholm, den 01.03.2020

Gedanken zu Inspiration, Proben und Lampenfieber

Viele meiner Inspirationen, von denen mir manche zu jahrelangen Wegbegleitern geworden sind, beziehe ich auch durch die anderen Künste, zum Beispiel das Theater oder den Tanz.

Lange bevor der erste Strich auf das Papier oder die Leinwand kommt arbeite ich in meinem Inneren an einer Art Choreografie, oder auch Komposition. Es ist eine Annäherung an das Bild, an den Menschen oder an die Landschaft, die ich portraitieren möchte. Hineindenken, hineinspüren und wie bei einer Theaterprobe mich hineinarbeiten in eine Figur. Bevor das Bild entsteht, habe ich schon tausende Bilder angesammelt und begonnen zu sortieren. Ich taste mich voran von Vorauswahl zu  Vorauswahl .

Beim portraitieren von Menschen geht es mir, wie der von mir sehr geschätzten Tänzerin, Choreografin und Balletdirektorin Pina Bausch, die einmal sagte:

„Mich interessiert nicht so sehr,

wie sich Menschen bewegen,

als was sie bewegt.“

Ich probe wie in einem Zwiegespräch und unterhalte mich dabei mit Landschaften, Tieren und Menschen, oder einem Haus. Ich wandere durch die Geschichten, die ich entdecke und die mir sowohl über das schon Gelebte erzählen, als auch das Aufschimmern künftiger Möglichkeiten.

Am ehesten kann ich es vielleicht vergleichen mit dem Hineinschlüpfen in eine Figur bei einer Theater- oder Tanzprobe.

Das leere Blatt Papier, die leere Leinwand ist meine Bühne.

In meiner Vorstellung spiele ich mit unterschiedlichen Variationen.

Ich stehe förmlich auf der Leinwand und durchmesse diesen „Raum“ , begehe ihn und übe Schritte, Bewegungen wie ein Schauspieler, oder Tänzer. Die Bewegungen mit dem Stift und Pinsel.

Immer wieder lausche ich dabei und sauge auf wie ein Schwamm. Hochkonzentriert.

Ich kenne es schon von mir: ich sitze in meinem kleinen Atelier, blicke aus dem Fenster, wie durch ein Fernglas und „ziehe Grimassen“ ich übe mich hinein in eine Mimik, ein Stirnrunzeln, ein Lächeln, einen Schmollmund eine Weite, oder einen Gedanken und versuche die Vorgänge dabei zu erkunden.

 Und dann, wenn das Werkzeug vorbereitet ist gereinigt, sortiert, nichts darf fehlen, spüre ich die wachsende Aufregung.

Ist das etwa Lampenfieber? Ja, ist es. Kurz vor dem ersten Strich ist vor der Uraufführung.

Und dann entsteht das Bild mit Vorschussvertrauen und einer tiefen inneren, wachsenden Freude.

Der Prozess der Herstellung ist dann ein eigenes Abenteuer für sich.

1. Betende Hände Albrecht Dürer, um 1508   Pinsel in Grau und Schwarz, grau laviert, mit Deckweiß gehöht, auf blau grundiertem Papier   29,1 × 19,7 cm  Albertina, Wien, Quelle: wikipedia

2. Käthe KollwitzSelbstbildnis en face, um 1910   Kohle auf graublauem Ingres-Papier, NT 688 , Quelle kollwitz.de Käthe Kollwitz Museum   Köln.